Ich kann ja nicht behaupten ich sei ein grosser und lang erfahrener Bordeauxtrinker, auch wenn ich mich schon seit 21 Jahren mit Wein auseinandersetze. Eins ist mir aber in vergleich zu anderen Jahrgängen gleich aufgefallen: die Intensität der Farbe, die bereits komplexe Aromatik, die sehr gut strukturierte Gaumenzusammensetzung. Das spricht für ein gutes bis sehr gutes Jahr.
Das Wetter in 2008 war alles andere als stabil; mal kalt, mal sehr heiss, Sonne, Kälte, und dann noch relativ viel Regen. Dadurch waren die Trauben teilweise im Rückstand was die Reife betraf. Die Lese begann ende September, teilweise Oktober. Der Reifegrad wurde trotz allem gut getroffen, was sich auch sehr gut auf die Qualität der Weine reflektiert; nur wenig Weine mit grünen/unreifen Noten. Dank gute Tag/Nacht thermische Amplituden wurde die Synthese für Farbpigmente optimal im Endstation. Dies erklärt die dunklen Farben der meisten Weine. Automatisch sucht man nach Ähnlichkeiten mit anderen Jahrgängen und da kam ich relativ schnell auf 1988, nachdem ich die 20 letzten Jahren mal rasch durch mein Kopf „fliessen“ liess (also schematisch gesehen, nicht drinkend!!!)
Meines Erachtens, handelt es sich hier einerseits um einen klassischen und guter bis sehr guter Jahrgang mit einigen grossen Weinen.